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Über den Inntranetz-Autor, Aktualisierung, 26. Dezember 2019

Vorwort

Bis 2019 schrieb ich über 450 Wanderberichte. Im Wanderbericht vom 03. März 2018 über eine geführte Schneeschuhwanderung hatte ich mein Coming Out: "Seit wenigen Jahren weiß ich von meinem Asperger-Syndrom - mich als Neuer in einer (großen) Gruppe zurechtzufinden ist für mich daher immer eine gewisse Herausforderung. Ich mache es trotzdem, weil man hier mit Gleichgesinnten unterwegs ist, und das finde ich immer wieder schön und anregend. Die einsamen Touren im restlichen Jahr sind mir für Ruhe und Ausgleich aber ebenso wichtig, weil ich nur so meine Energiespeicher wieder auffüllen kann. Fragen sind ausdrücklich erwünscht."

Wer mehr über mich und Autismus wissen möchte, dem sei mein privater Selbsthilfeblog über Autismus empfohlen: Autistenbloggen.wordpress.com

Details erkennen heißt auch, mit offenen Augen durch die Welt gehen. Früh morgens bei einer Bergtour schaue ich zum Himmel und suche nach Wolkenanzeichen für einen Wetterumschwung oder Gewittern. Ich achte auf meine Umwelt, sehe und fotografiere Pflanzen und Tiere, zoome auf weit entfernte Gipfel hin, die ich dann erst zuhause bestimme. Der Reiz eines Fotowanderberichts besteht für mich auch darin, die Wanderung drei Mal zu erleben. Vor Ort, zuhause bei der Bildbearbeitung und Recherche von Kultur, Architektur, Botanik und Gipfel am Horizont, und das dritte Mal bei der Lektüre selbst, die beliebig wiederholt werden kann. Im Schnitt sitze ich vier bis sechs Stunden an so einem Bericht, manchmal auch länger. Es ist ein großer Aufwand, den ich gerne betreibe. Für Autisten typisch sind spezielle Interessen, entweder in eng gefassten Teilgebieten oder mit hoher Intensität ausgeübt. Meine Interessen sind Fotografie, Berichte schreiben, Botanik lernen, Tierwelt lernen, Architekturgeschichte und eben Meteorologie. Durch meine Wanderberichte kann ich all diese Interessen miteinander verknüpfen und exzessiv ausleben.

Ich erinnere mich in Bildern und erkenne Steige, Sichtmarken, Wegmarkierungen, Gipfel in Nähe und Ferne sehr schnell wieder, weil ich die Bilder im Kopf gut im Langzeitgedächtnis abspeichern kann.

Mein Werdegang soll zeigen, dass man auch trotz ungünstiger Ausgangsbedingungen und medizinischer Diagnosen seinen Weg gehen kann und dabei sehr weit kommt, gegen alle inneren und äußeren Widerstände. Das heißt nicht, dass es jeder schaffen kann, dieser Anspruch wäre arrogant. Aber es kann jede*r seine persönlichen Erfolge, seine/ihre winzigen Fortschritte erreichen, indem er/sie sich nicht von außen Grenzen setzen lässt, sondern seine/ihre Grenzen selbst setzt.

© www.inntranetz.at