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Synoptische Wettervorhersage für Österreich

Wichtiger Hinweis:

Die Vorhersage besteht aus einem synoptischen Teil, einem für Laien verständlichen Texteil, ggf. ausgegebenen besonderen Hinweisen und den weiteren Aussichten. Neu ist ab sofort die Erweiterung der Regionalprognose auf ganz Tirol (inkl. Osttirol). Für das Bergwetter wird auf Stefan Hörmann verwiesen, der im Rahmen seines Flugwetterdienstes für den Alpenraum detaillierte Vorhersagen macht: Gleitsegelwetter Flugwetter Service Temperaturangaben in der Prognosen sind mit einer Schwankungsbreite von 1°C versehen. In Warnsituationen kann eine Aktualisierung erfolgen!

Die Vorhersagen werden von Inntranetz.at eigenständig angefertigt - für falsche Vorhersagen übernimmt Inntranetz.at keine Haftung!

herausgegeben am 31.01.2009 um 21.15 Uhr MEZ

Synoptische Lage am 31.Jänner 2009, 19.00 MEZ:

Samstag abend...herrscht über Europa eine omegaähnliche Großwetterlage mit einem sich über Skandinavien abschnürenden Höhenhoch und flankierenden Langwellentrögen über dem Ostatlantik und Osteuropa. Über Polen hat sich aus dem Kaltluftgebiet über Nordrussland ein Kaltlufttropfen abgesetzt, der in der antizyklonalen Strömung westwärts über Mitteleuropa zieht. Gleichzeitig stößt vom Ostatlantik ein Kurzwellentrog weiter zur Iberischen Halbinsel vor.

Sonntag vormittag...zieht der Kaltlufttropfen, lehrbuchhaft entkoppelt vom Isobarenfeld, über Deutschland hinweg und führt vor allem nördlich der Mainlinie zu stark sinkenden Höhentemperaturen (bis zu -15°C in 850hPa in Niedersachsen). Weiter südlich vereinigt sich der Ostatlantikttrog mit einem Kurzwellentrog über dem westlichen Mittelmeer und greift alpenübergreifend aus. Die damit verbundene Erwärmung auf der Alpennordseite ermöglicht im Tagesverlauf niedertroposphärisch zunehmend eine südliche Strömung (Föhn).

Im Laufe des Montags verlagert sich der Ostatlantikttrog weiter nach Spanien, sodass der Alpenraum immer mehr in eine südliche Anströmung in allen Höhenschichten gerät. Dabei bilden sich zwei Tiefkerne über Südwestspanien und Südfrankreich heraus, wobei letzterer den Druckgradient im Alpenraum erheblich verschärft. Mit dem Durchgang eines Kurzwellentrogs sowie mit der Annäherung des linken Jetauszugs wird südlich der Alpen verstärkt Hebungsantrieb produziert. Somit stellt sich eine klassische Stausituation im Süden und Föhnlage im Norden des Hauptkamms ein.

Montag abend...kommt das nördliche Bodentief in den Einflussbereich des zu den Britischen Inseln weitergezogenen Kaltlufttropfens und verlagert sich in der Nacht zu Dienstag auf dessen Vorderseite weiter von Nordfrankreich über den Ärmelkanal nach Irland. Übrig bleibt eine flache Tiefdruckrinne über Zentralfrankreich bis in den westlichen Mittelmeerraum. Der Druckgradient schwächt sich in den Westalpen ab, während er in den Ostalpen noch erhalten bleibt. Gegenspieler der Tiefdrucktätigkeit über Westeuropa ist das ehemals abgeschnürte Höhenhoch über Skandinavien, das nun nach vollendeter 180°-Drehung an den langwelligen Höhenrücken über Südosteuropa andockt.

Vorhersage für Österreich bis Dienstag abend, 03.Feber 2009:

In der ersten Nachthälfte halten sich überall in den Tälern sowie im Flachland noch beständige Hochnebelfelder, aus denen örtlich ein paar Schneeflocken fallen. Lediglich von den Leiser Bergen bis zum Burgenland zeigen sich erste Lücken in der Wolkendecke. In der zweiten Nachthälfte bleibt es bei einzelnen Auflockerungen im Osten des Landes, während im Westen Österreichs mit zunehmenden Südwestwind in der Höhe sich die Hochnebeldecke teilweise auflöst. Die Tiefstwerte liegen überall unter dem Gefrierpunkt, am Kältesten ist es in höher gelegenen Alpentälern oberhalb des Hochnebels. Allgemein schwachwindig, am Alpenostrand zeitweise mäßig bis frisch aus Nord.

Am Sonntag legt der Südwind in den Bergen weiter zu und wird zunehmend föhnig. Damit lösen sich von Vorarlberg bis Oberöstereich, spätestens am Nachmittag auch im westlichen Niederösterreich, die Hochnebelfelder weitgehend auf und es scheint verbreitet die Sonne. In prädestinierten Alpentälern, z.B. im Rheintal, Brandnertal und Wipptal greift ab dem Nachmittag der Föhn mit stürmischen Böen durch. Südlich des Hauptkamms sowie östlich von Wien bleibt die tiefe Bewölkung bestehen, aus der zeitweise leichter Schneefall zu erwarten ist. In Osttirol und Unterkärnten können diese auch etwas ergiebiger ausfallen. Vom Föhn abgesehen weht schwacher bis mäßiger Ostwind, in mittleren und höheren Lagen stark aus Südost auffrischend. Die Höchstwerte werden mit +7°C bei Föhn und -2°C bei bedecktem Himmel im Osten/Süden erreicht.

In der Nacht zu Montag verstärkt sich die Staulage im Süden und vor allem in den Karnischen Alpen und Karawanken beginnt es stärker zu schneien. Vom Weinviertel bis zum Grazer Becken schneit es nur zeitweilig und meist unergiebig, in den restlichen Gebieten verläuft die Nacht teils locker bewölkt, teils klar und vor allem nach Westen hin föhnig. In Vorarlberg und Nordtirol greift der Föhn mit Sturmböen in viele Täler durch. Je nach Bewölkung, Niederschlägen und Föhn kühlt es auf -2°C bis +7°C ab.

Tagsüber wenig Änderung - die Schneefälle im Süden nehmen an Intensität zu und gehen unterhalb 1000m teilweise in Regen über. Der Föhn an der Alpennordseite bleibt erhalten - vor allem in Westösterreich sind teils schwere Sturmböen möglich, auf den Bergen weht Föhnorkan. Die Höchstwerte liegen bei +1°C im Süden und bis zu +11°C bei Südföhn. Von den Föhngebieten abgesehen weht schwacher Ost- bis Südostwind, im Wiener Becken stark auffrischend.

Am Dienstag schwächt sich die Föhnsituation allmählich ab. Der Schwerpunkt der Niederschläge verlagert sich auf den Südosten und Osten der Republik. Dabei geht der Schneefall unterhalb 1000m immer mehr in Regen über.

Besondere Hinweise:

Von Sonntag vormittag bis Dienstag mittag föhnig auf den Bergen mit Sturm, am Montag auch Orkanböen. In den Tälern Westösterreichs, am Montag und Dienstag auch in Ober- und westlichem Niederösterreich ebenfalls stürmischer Föhnwind. Windspitzen bis über 90km/h in den Tälern möglich.

In der Nacht zu Montag bis einschl. Dienstag mittag fallen in Osttirol und Kärnten, insbesondere in den Karnischen Alpen, teils ergiebige Neuschneemengen. Vorsicht - ab Montag tagsüber teils in Regen übergehende Niederschläge im Süden mit der Gefahr von Glatteis.

Weitere Aussichten:

Großräumig bleibt die Wetterlage mit einem kräftigen, steuernden Tief über der Biskaya erhalten. Österreich verbleibt in allen Höhenschichten in einer südwestlichen Anströmung. Am Mittwoch vorübergehend Gradientabschwächung. In den Höhenlagen deutlich milder. Inwieweit sich die Warmluft bis in die Niederungen durchsetzen kann, ist derzeit noch nicht absehbar. Unverändert niederschlagsfrei nördlich des Hauptkamms, im Süden weiterhin erhöhte Niederschlagsneigung.

Vorhersage für Tirol bis Sonntag abend

Der Hochnebel bleibt die Nacht über zunächst erhalten, löst sich nördlich in Nordtirol ab der zweiten Nachthälfte aber zunehmend auf. Mit Umkehr des Druckgradienten dann verstärktes Ausfließen im Oberland, ab dem Vormittag auch im Unterland. In Osttirol hält sich die tiefe Bewölkung, ab und zu fällt geringer Schnee. Verbreitet mäßiger, in höheren Alpentälern auch strenger Frost.

Sonntag vormittag reißt die Bewölkung im Norden immer mehr auf und die Sonne kommt zunehmend zum Vorschein. Auf den Bergen wird es zunehmend föhnig, spätestens ab dem Nachmittag setzt sich auch im Wipptal sowie im Oberinntal der Südföhn durch. Ab den Abendstunden greift er auch in anderen Tälern mit Sturmböen durch. Höchstwerte ohne Föhn um 2°C, mit Föhn bis zu 7°C. In Osttirol wolkenverhangen und zeitweise leichter Schneefall bei Werten um den Gefrierpunkt.

Verifikation der Vorhersage für Tirol:

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